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Treffpunkt

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Point de rencontre  -  Meeting Point

2018

1 video channel

1 audio channel

1 video projector

1 lampshade

Städtische Galerie Delmenhorst, 2018

Flink, lästig, nichtig. Fliegen sitzen auf unserer Torte, auf Hundehaufen und unserer Stirn. Schwindelfrei spazieren sie unter der Zimmerdecke entlang, fast lautlos vollführen sie Sturzflüge, Pirouetten, Tarnflüge. Sie sind perfekte Navigationssysteme in einem federleichten zerbrechlichen Körper und ihre Facettenaugen sind ein Wunder der Natur. Es können tausende sein, die den Kopf einer Fliege besetzen; was sie wahrnehmen, ist kaum zu sagen. Vermutlich sehen Fliegen nur Bewegungen, matt und schemenhaft. Gefahren erkennen die Augentierchen in jedem Fall extrem frühzeitig. Ohne sich zu wenden. Sie zu filmen, ist unter Realbedingungen fast unmöglich.

Als zeitgenössischer Herr der Fliegen wird Jean-François Guiton mit „Treffpunkt“ zum Verführer. In der Lichtinsel einer herabhängenden Lampe, in der sein Projektor geborgen ist, lässt er einige Exemplare auf einem Tisch umher spazieren. Für jede Tischgesellschaft ein magisches Feld, eine Insel der Besinnung. Erst wenn die Tierchen munter aus ihrem Spot hinaus- und hineinkrabbeln, erst, wenn vermeintlich eine Fliegenklatsche zum Einsatz kommt, wird der Gast, der neugierig Gebeugte, zum Ungläubigen und damit der optischen Falle des lediglich Gefilmten gewahr. 

▸▸ Dr. Annett Reckert

Städtische Galerie Delmenhorst, 2018

As soon as one enters the exhibition space, one is surrounded by curious droning and pounding machines that lean toward the viewer, that swing back and forth in the invariably same, dull way without us being able to recognize whether they have gone out of control or whether they are serving their intended purpose. However, in view of the cold, rhythmic pounding, which fills the space and makes it appear as if these apparatuses will never be able to be shut down, and of the huge elements reminiscent of buttons that time and again bow before us in an almost taunting way, the vague suspicion soon crops up that we can-not be quite sure about how things stand and that we have perhaps long since ceased to be “masters of the situation” (if we ever were to begin with), but rather slaves to our own technological achievements.

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▸▸ Miriam Moch

     translation: Rebecca Van Dyck